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Herz & SeelenpfadMeditation · Jahreskreis · Seele

Frauenkreise und die Göttin Lakshmi

Etappe 12 von 12 · Jahreskreis3 Min. LesezeitAktualisiert am

Frauenkreise haben in den letzten Jahren großen Zulauf. Manche treffen sich zu Neumond, manche zu den Jahreskreisfesten, manche unter dem Namen einer Göttin. Eine der beliebtesten ist Lakshmi – die hinduistische Göttin des Glücks und der Fülle.

Gemälde einer Frau in rotem Sari mit vier Armen, stehend auf einer roten Lotosblüte, im Hintergrund zwei Elefanten im Wasser
Raja Ravi Varma, „Göttin Lakshmi“, 1896. Die Göttin steht auf einer Lotosblüte im Wasser, in zwei ihrer vier Hände hält sie Lotosblumen, im Hintergrund zwei Elefanten. Bild: Raja Ravi Varma, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Wer Lakshmi ist

Lakshmi ist im Hinduismus die Göttin des Wohlstands, des Glücks, der Schönheit und der Fruchtbarkeit. Sie gilt als Gefährtin des Gottes Vishnu und begleitet ihn in seinen Verkörperungen, etwa als Sita an der Seite Ramas. Nach einer bekannten Erzählung stieg sie beim Quirlen des Milchozeans aus den Fluten, auf einer Lotosblüte stehend.

Dargestellt wird sie meist mit vier Armen, in rotem oder goldenem Gewand, auf einem Lotos sitzend oder stehend. Aus einer Hand fallen oft Goldmünzen. Häufig stehen zwei Elefanten neben ihr, die Wasser über sie gießen; diese Form heißt Gaja-Lakshmi. Der Lotos, der aus schlammigem Wasser rein aufblüht, ist ihr wichtigstes Symbol.

Lakshmi und Diwali

Ihr wichtigstes Fest ist Diwali, das Lichterfest im Oktober oder November. Häuser werden gereinigt und mit Öllämpchen geschmückt, damit Lakshmi einkehrt und Glück für das neue Jahr bringt. Für viele Kaufleute in Indien beginnt mit Diwali auch das neue Geschäftsjahr.

Das Gemälde oben stammt von Raja Ravi Varma (1848–1906), einem der bekanntesten indischen Maler seiner Zeit. Seine Götterbilder wurden als Drucke millionenfach verbreitet und prägen bis heute, wie Menschen in Indien sich Lakshmi, Sarasvati oder Krishna vorstellen.

Warum westliche Frauenkreise Göttinnen wählen

In westlichen Frauenkreisen stehen Göttinnen wie Lakshmi, Brigid oder Freya meist nicht für einen religiösen Glauben, sondern für Eigenschaften, mit denen sich die Teilnehmerinnen verbinden möchten: Fülle, Selbstwert, Schönheit, Großzügigkeit. Das kann eine hilfreiche Symbolsprache sein. Man sollte sich aber bewusst sein, dass Lakshmi für Hunderte Millionen Menschen eine lebendige Gottheit ist, keine Figur aus einem Kartenspiel. Respekt heißt hier vor allem: sich informieren, nichts erfinden, nichts verkaufen, was man nicht versteht.

Woher die Frauenkreise kommen

Die heutigen Frauenkreise haben mehrere Wurzeln:

  • die Selbsterfahrungsgruppen der Frauenbewegung in den 1960er- und 70er-Jahren, in denen Frauen über ihre Erfahrungen sprachen und entdeckten, dass Privates politisch sein kann,
  • die Göttinnenbewegung und feministische Spiritualität seit den 1970er-Jahren,
  • die Red-Tent-Bewegung, angeregt durch Anita Diamants Roman „Das rote Zelt“ von 1997, in dem Frauen sich während der Menstruation in ein Zelt zurückziehen.

Vieles davon ist frei gestaltet. Das ist legitim, solange es nicht als uralte Überlieferung ausgegeben wird.

Was einen guten Kreis ausmacht

  • Klare Form: Anfang und Ende, Regeln fürs Sprechen, oft nach dem Muster des Redekreises.
  • Vertraulichkeit: Was geteilt wird, bleibt im Kreis.
  • Freiwilligkeit: Niemand muss sprechen, singen oder tanzen.
  • Offenheit: Ein guter Kreis fragt nicht, ob jemand „richtig“ Frau ist, und macht keine Vorgaben zu Körper oder Lebensentwurf.
  • Grenzen: Die Leitung verspricht keine Heilung und weiß, wann eine Teilnehmerin mehr braucht als den Kreis.

Viele Frauenkreise treffen sich zu den Festen des Jahreskreises, besonders zu Imbolc, dem Fest der Brigid, und zu Beltane. Gemeinsames Singen, wie im Beitrag Ein Mantra singen beschrieben, gehört oft dazu.

Quellen und weiterlesen

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