Zum Inhalt springen
Herz & SeelenpfadMeditation · Jahreskreis · Seele

Beltane – das Fest des Sommerbeginns

Etappe 3 von 12 · Jahreskreis3 Min. LesezeitAktualisiert am

In der Nacht zum 1. Mai begann im alten Irland der Sommer. Man entzündete Feuer und trieb das Vieh zwischen ihnen hindurch auf die Sommerweiden. In Deutschland kennt man dieselbe Nacht als Walpurgisnacht – mit Hexen auf dem Brocken und Tanz in den Mai.

Nächtliche Szene mit Menschen um ein großes Feuer auf einem Hügel
Feuerzeremonie beim Beltane-Fest auf dem Calton Hill in Edinburgh. Das Fest wurde dort 1988 wiederbelebt. Bild: Rosser1954, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Das irische Feuerfest

Bealtaine ist im Irischen bis heute der Name des Monats Mai. Das Fest am 1. Mai gehörte zu den vier großen Jahreszeitenfesten Irlands und markierte den Übergang in die helle Jahreshälfte. Frühmittelalterliche Texte berichten, dass Druiden zwei Feuer entzündeten, zwischen denen das Vieh hindurchgetrieben wurde, um es vor Krankheiten zu schützen. Die Bedeutung des Namens ist nicht sicher geklärt; häufig wird er als „helles Feuer“ gedeutet.

In Schottland, Irland und auf der Isle of Man hielten sich Beltane-Bräuche bis ins 19. Jahrhundert: Feuer auf Hügeln, Maiblumen an Türen, Tau vom Maimorgen, mit dem man sich das Gesicht wusch. Seit 1988 feiert man in Edinburgh auf dem Calton Hill wieder ein großes Beltane-Feuerfest.

Walpurgisnacht

Im deutschsprachigen Raum ist die Nacht zum 1. Mai nach der heiligen Walburga benannt, einer angelsächsischen Äbtissin des 8. Jahrhunderts, deren Heiligsprechung auf einen 1. Mai fiel. Seit der frühen Neuzeit galt diese Nacht als Hexennacht. Der Brocken im Harz wurde durch Goethes „Faust“ endgültig zum Treffpunkt der Hexen; heute feiern Orte wie Schierke, Thale oder Wernigerode die Walpurgisnacht als großes Volksfest.

Die Hexenfeiern sind Folklore. Hinter ihnen steht aber eine ernste Geschichte: die Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit, denen in Mitteleuropa zehntausende Menschen, überwiegend Frauen, zum Opfer fielen.

Maibaum und Tanz in den Mai

Den Maibaum kennt man in Deutschland seit dem späten Mittelalter. In Bayern und Österreich ist er ein geschmückter, oft sehr hoher Stamm auf dem Dorfplatz; in anderen Regionen stellen junge Männer einer Angebeteten eine kleine Birke vor das Haus. In Großbritannien tanzt man mit Bändern um den Maypole. Gemeinsam ist allen Formen: Das Grün des Frühsommers wird ins Dorf geholt.

Beltane heute

In neuheidnischen Kreisen ist Beltane ein Fest der Lebenskraft, der Sinnlichkeit und der Verbindung. Viele Gruppen feiern mit Feuer, Blumenkränzen und Tanz, andere mit einer Wanderung zum Sonnenaufgang. Wer ohne Ritual feiern möchte, kann einfach Birkengrün ins Haus holen, einen Kranz binden oder in den Mai tanzen – die Tanzmeditation bietet dafür eine stillere Form.

Beltane liegt zwischen Ostara und der Sommersonnenwende. Sein Gegenfest im Jahreskreis ist Samhain, der Beginn der dunklen Zeit.

Quellen und weiterlesen

Am Weg weitergehen