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Herz & SeelenpfadMeditation · Jahreskreis · Seele

Litha – die Sommersonnenwende

Etappe 4 von 12 · Jahreskreis3 Min. LesezeitAktualisiert am

Um den 21. Juni erreicht die Sonne ihren höchsten Stand. In Norddeutschland wird es dann kaum richtig dunkel. Die Sommersonnenwende gehört zu den ältesten Festen der Menschheit – und ist doch zugleich ein Wendepunkt: Von nun an werden die Tage wieder kürzer.

Silhouetten großer Steinblöcke vor dem Morgenhimmel mit aufgehender Sonne
Sonnenaufgang in Stonehenge am 21. Juni 2019. Die Hauptachse der Anlage ist auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende und den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende ausgerichtet. Bild: Callyclan, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der längste Tag

Zur Sommersonnenwende steht die Sonne mittags über dem nördlichen Wendekreis. Auf der Nordhalbkugel ist es der Tag mit der längsten Sonnenscheindauer: In Göttingen sind es gut 16 Stunden, in Flensburg über 17. Das Datum schwankt zwischen dem 20. und 22. Juni; 2027 fällt die Sonnenwende auf den 21. Juni um 16:10 Uhr Sommerzeit.

Stonehenge und andere Steinsetzungen

Die Hauptachse von Stonehenge in Südengland ist auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende ausgerichtet – und in der Gegenrichtung auf den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende. Welches der beiden Ereignisse für die Erbauer vor rund 4.500 Jahren wichtiger war, ist unter Archäologen offen; manche halten die Mittwinterfeier für die bedeutendere. Heute versammeln sich in der Nacht zum längsten Tag tausende Menschen an den Steinen.

Auch in Deutschland gibt es Anlagen, die mit dem Sonnenlauf in Verbindung gebracht werden, etwa die Kreisgrabenanlage von Goseck in Sachsen-Anhalt, deren Tore auf Sonnenauf- und -untergang zur Wintersonnenwende weisen.

Johannisfeuer

Die christliche Kirche legte das Geburtsfest Johannes des Täufers auf den 24. Juni, genau sechs Monate vor Weihnachten. Die Mittsommerbräuche wanderten zu diesem Datum: Johannisfeuer auf Hügeln und Dorfplätzen, Sprünge über die Glut, Kränze aus Johanniskraut. In Skandinavien ist Mittsommer bis heute eines der wichtigsten Feste des Jahres.

Der Name Litha

Der Name Litha geht wie Eostre auf den Mönch Beda zurück. Er nannte die Monate Juni und Juli bei den Angelsachsen Ærra Liþa und Æfterra Liþa, „vor Litha“ und „nach Litha“. Als Name für das Mittsommerfest wurde Litha erst in den 1970er-Jahren in der neuheidnischen Bewegung populär.

Litha feiern

Zur Sommersonnenwende passen Feuer, Kräuter und die Nacht draußen: ein Picknick bis zur Dämmerung, ein Kräuterstrauß mit Johanniskraut und Schafgarbe, eine Wanderung zum Sonnenaufgang. Im Jahreskreis ist Litha auch ein Moment der Nachdenklichkeit – am Höhepunkt beginnt schon der Abstieg.

Die Sonnenwende folgt auf Beltane und leitet über zur Erntezeit von Lughnasadh. Ihr Gegenpol ist Jul. Einen Tipp für das Gehen durch die Sommernacht gibt der Beitrag Meditativ wandern.

Quellen und weiterlesen

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