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Herz & SeelenpfadMeditation · Jahreskreis · Seele

Ostara – die Frühlings-Tagundnachtgleiche

Etappe 2 von 12 · Jahreskreis3 Min. LesezeitAktualisiert am

Um den 20. März sind Tag und Nacht überall auf der Erde fast gleich lang. Von nun an überwiegt auf der Nordhalbkugel das Licht. Im modernen Jahreskreis heißt dieser Tag Ostara – benannt nach einer Göttin, deren Geschichte selbst ein kleines Rätsel ist.

Holzstich einer schwebenden Frau in hellem Gewand, umgeben von Vögeln, Hasen und blühenden Zweigen
„Ostara“ von Johannes Gehrts, 1884: eine romantische Vorstellung der Frühlingsgöttin, wie sie sich das 19. Jahrhundert ausmalte. Bild: Johannes Gehrts, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Die Tagundnachtgleiche

Zweimal im Jahr steht die Sonne genau über dem Äquator. Diese Momente heißen Äquinoktien oder Tagundnachtgleichen. Im März beginnt damit auf der Nordhalbkugel der astronomische Frühling. Der genaue Zeitpunkt schwankt zwischen dem 19. und 21. März; 2027 fällt er auf den 20. März um 21:24 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Streng genommen sind Tag und Nacht an diesem Datum nicht ganz gleich lang. Weil die Atmosphäre das Sonnenlicht bricht und die Sonne als Scheibe und nicht als Punkt aufgeht, ist der Tag in Deutschland schon einige Tage vorher etwas länger als die Nacht.

Eostre und Ostara

Der angelsächsische Mönch Beda Venerabilis schrieb um 725 in seinem Werk über die Zeitrechnung, der Monat April habe bei den Angelsachsen Eosturmonath geheißen, nach einer Göttin namens Eostre, der man in diesem Monat Feste gefeiert habe. Sonst ist diese Göttin in keiner Quelle belegt.

1835 schloss Jacob Grimm in seiner „Deutschen Mythologie“ aus dem Wort „Ostern“ und Bedas Notiz auf eine althochdeutsche Göttin Ostara. Belege für sie gibt es nicht; ob es Eostre und Ostara gab, ist bis heute umstritten. Das Bild einer lichten Frühlingsgöttin mit Hasen und Blumen ist vor allem ein Werk der Romantik. Die moderne Jahreskreis-Bewegung hat den Namen aufgegriffen, weil er so gut passt.

Ob es die Göttin gab oder nicht – der Frühling, den sie verkörpern soll, kommt jedes Jahr zuverlässig.

Ei und Hase

Eier und Hasen gelten oft als heidnische Fruchtbarkeitssymbole, die ins christliche Osterfest gewandert seien. Die Geschichte ist nüchterner: Eier waren in der Fastenzeit verboten und sammelten sich bis Ostern an; man färbte und verschenkte sie. Der Osterhase ist erst seit dem 17. Jahrhundert belegt, zuerst im Südwesten des deutschen Sprachraums. Dass Hasen im Frühjahr besonders auffällig über die Felder jagen, hat sicher geholfen.

Ostara feiern

  • Gleichgewicht: Die Tagundnachtgleiche lädt zur Frage ein, was im eigenen Leben aus der Balance geraten ist – Arbeit und Ruhe, Geben und Nehmen.
  • Säen: Kresse auf der Fensterbank, Tomatensamen in Töpfe, Blumenzwiebeln in den Balkonkasten.
  • Frühjahrsputz: Aufräumen als Ritual, bewusst und langsam.
  • Eier gestalten: mit Zwiebelschalen, Kräutern und einem Nylonstrumpf natürlich färben.

Ostara folgt auf Imbolc und führt weiter zu Beltane. Die Gegenstation im Herbst ist Mabon. Alle Feste im Überblick zeigt der Wegabschnitt Jahreskreis.

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